ARTISTS@ØvenGeschichten

JannaGrak_Artist
Janna Grak

Freischaffende Künstlerin

geboren in Minsk, Weißrussland
lebt und arbeitet in Düsseldorf

In Ihrer künstlerischen Arbeit beschäftigt sich Janna Grak mit Raum, Form und Farbe. Ihre großformatigen installativen Arbeiten stellen den Betrachter vor eine Herausforderung, die eigene Wahrnehmungskapazität zu erkunden und zu erweitern.
Während Ihres ersten Studiums in Minsk erweiterte sich für sie das Wissen um das Material und die Wahrnehmung der Keramik.

Daran im Anschluß - an der Rietveld Akademie, Amsterdam - erweiterte sich die Dimension »Keramik« in ihrer Betrachtung von einer traditionellen Wahrnehmung des Kunsthandwerkes zu einem komplexeren Verständnis des Materials und seiner Kapazitäten. Durch Ihre aktive künstlerische Arbeit und konzeptionelle Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten des Materials, besitzt Janna Grak die Fähigkeit, Keramik als eine Materie einzusetzen, die in unterschiedlichsten Anwendungen ihre Kraft, ihre Schönheit und ihre Variabilität zeigt.

Natalia
Natalia Gershevskaya

Kunsthistorikerin und Kuratorin

Geboren in St. Petersburg/Russland
lebt und arbeitet in Düsseldorf

Die Wahrnehmung künstlerischer Arbeiten ist ein schöpferischer Prozess, in dem der Betrachter seine eigene Wahrheit erschafft.
Aber wie werden Kunstwerke betrachtet und interpretiert? Wie beeinflussen kulturelle Prägungen und historische bzw. autobiografische Hintergründe eines Individuums seine Wahrnehmung? Gibt es eine objektive Wahrnehmung und eine »richtige« Interpretation von Kunstwerken? Fördert das Wissen der Kunstgeschichte das Verständnis von Kunstwerken? 

In meinem Konzept der Kunstvermittlung, sowie in den von mir kuratierten Ausstellungen und Kunstprojekten beschäftige ich mich mit diesen Fragen.

Ich bin in Sankt Petersburg aufgewachsen und schloss dort einen ersten Studiengang an der renommierten Kunstakademie zur St. Petersburg ab.

Meine fundierte Kenntnis über die östliche wie die westliche europäische Kultur- und Kunstgeschichte ermöglicht mir nicht nur einen erweiterten Blick auf Kunstwerke, sondern auch eine tiefgründige Analyse derer Wahrnehmung.  

Seit 2004 bin ich als freie Kunsthistorikerin und Kuratorin in Düsseldorf tätig und realisierte seitdem mehrere internationale Kunst- und Ausstellungsprojekte.

In der Kunstvermittlung lege ich Wert auf folgende Themenschwerpunkte: Sensibilisierung der Wahrnehmung, Achtsamkeit und Bildbetrachtung, Kulturelle Integration, Interkulturelle Kompetenz und Künstlerische Strategien im wirtschaftlichem Denken.

Roger_Bröchler
Roger Bröchler

Artist, Illusionist, Hybrid

Wiederholungen…Reihungen…Verkettungen.
Er betritt die Bühne…Tiefe Verbeugung…begrüsst das Publikum…eilig und bestimmt tritt er an das Dirigentenpult…greift den Dirigentenstab…erbittet von seinem Orchester die gebührende Aufmerksamkeit…kurzer Moment der Konzentration…die Streicher schlagen an…die Musik wird voller…der Taktstock durchkämmt die schwingende Luft…jetzt die Stelle…fünf neue Seiten…hält den Ton…zittert vor Aufmerksamkeit… …aus dem Publikum »DaCapo«…Verbeugungen
Auf der Bühne: 23 Notenblattwender »volta:bene« auf 23 Chrom-Notenständer
Anordnung der Notenblattwender in Gruppen zusammengefasst.
Aufstellung eines Orchesters: Hintere mittlere Reihe 5
Davor mittlere Reihe 4 Links mitte 3 Davor mitte 3 Rechts mitte 3 Davor mitte 3 Links vorne 1 Rechts vorne 1 8 Fusspedale in Gruppen zu den Notenblattwendern.
Funktionsbeschreibung Dirigentenpult
1 Fusspedal steuert je eine Gruppe. Verbunden über parallel geschaltete Steckerkombinationen. Lautlos und anmutig in der Bewegung. Adagio. Wechselseitig tritt der Agitator auf ein Pedal um das jeweilige neue Wort freizugeben. Optisch betonend steht er in Kontakt zu seinen Worten und diese scheinen ihn von Sequenz zu Sequenz furioser werden zu lassen. Immer wieder Pedaltreten, die Musik und die Seiten scheinen zu fliegen. Links und rechts die »Zweisilbigen« werden geliebt und betont. Furioso. Maestro und die Bedeutungen scheinen zu verschmelzen.
Der Text…Die Worte…von Jiri Kolar
Collagenartig setzen sich die Wort hinter- und übereinander…für die Dauer eines Momentes scheint man einen Ton / ein Wort wahrgenommen zu haben…zu kurz um dabei zu bleiben…wasserstoffartig verbindet er sich mit der folgenden wohligen Sequenz… SPIELESPIEL ein kaum wahrnehmbares Lächeln helles Auflachen Freudentränen zunehmende Verbitterung Scham Verstummen ein Sichverbeißen in den Handrücken ein Sichverfinsrern Winken Augenzukneifen tiefes Einatmen rasches Augenöffnen ein Sichvergaffen Frösteln ein Wegreißen der Hand Atemanhalten Herumschauen Entspannung Erschütterung Einatmen ein schmerzliches Hinunterwürgen Schluchzen und Entsetzen Lippenschürzen Herabziehen der Mundwinkel Hängenhäsen des Kinns tiefes Stirnrunzeln langsame Aufheiterung des Gesichtes Senken des Hauptes hilfloses Lachen Niesen Ausatmen jähen Spott ein langes wohliges Gähnen zartes Rülpsen Totengleichmut Trauer Erröten (Das Ganze wiederholen, diesmal schneller. Noch einmal und noch schneller. Weiter, immer schneller. Von vorn, immer noch schneller. Und noch einmal, bis das ganze Spiel in einer Sekundengrimasse verschmilzt) Aus: Jiri Kolar, Das sprechende Bild Bibliothek Suhrkamp, Auflage 1971 JIŘÍ KOLÁŘ. * 24. 9. 1914 (Protivín) † 12. 8. 2002 (Praha) (Todestag manchmal 11.08/12.08/13.08??!!) Dauer ca. 3-5 min. Musik Auszug aus Ludwig van Beethoven